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Naturlerlebnis Krokusblüte wir bestaunen die Drebacher Krokuswiesen

Einmal im Jahr kann man in Sachsen im kleinen, beschaulichen Drebach im Erzgebirge ein fulminantes Naturschauspiel bewundern. Im Land der alten Bergwerke und Traditionen, der Schwibbogen, Räucherkerzen, Nussknacker und feinster Mundart blühen dort während eines kurzen Zeitraums von nur zwei bis drei Wochen im Monat März abertausend Frühlingskrokusse, auch Nackte Jungfern genannt.

Die über 40 Flächennaturdenkmale bilden mit den dort unzählig wild wachsenden violetten Drebacher Frühlingskrokussen ein sehr beliebtes Ausflugsziel, besonders an sonnigen Tagen – wenn man es denn weiß. Meine Eltern wussten es natürlich nicht, auch wenn beide quasi schon viele Jahre vor den Toren des sagenumwobenen Erzgebirges wohnen.

Erst mit meinem Einzug in deren Heim lehrte ich Mutti und Vati durch die zunehmenden Ausflüge und Wanderungen mit ihren kleinen König, die Umgebung und ihre Heimat besser kennenzulernen – liegt das Gute doch oft direkt vor der Haustür oder nicht weit weg. So sind beide stets bemüht, neue Ausflugsziele und Sehenswürdigkeit in Sachsen zu suchen, die Sie mit mir erkunden können.
Auch wenn Vati, nunmehr im reiferen Alter, gut schlecht hören kann, entging ihm zumindest in den letzten Tagen im morgendlichen Radio nicht der kurze Hinweis auf dieses einmalige Naturereignis. Für gut und vielversprechend befunden, wurde der wochenendliche Einkauf bereits Freitags erledigt, sodass einem zeitigen samstäglichen Start nichts im Wege stand. Außer vielleicht das Wetter, denn das versprach vorerst keinen sonnendurchtränkten Frühlingstag.

Ein ausgiebige Verdauungsruhe nach dem Frühstück fiel heute Morgen somit aus, ich musste ungewohnt zeitig meinen königlichen Berner Sennenhund Dienstwagen besteigen und mit meinen Eltern die Reise in Richtung Erzgebirge antreten.

Berner Sennenhund Max liegt noch schläfrig im Hausflur.
So zeitig schon auf Tour gehen?
Das Navigationssystem unseres VW Caddy Maxi zeigt die Route eins nach Drebach ins Erzgebirge an.
Heutiges Ausflugsziel: Die Krokuswiesen in Drebach im Erzgebirge.

Auch wenn meine Dienstkarosse mit überschaubaren 115 PS kein übermotorisierter Sportwagen ist, standen wir 60 Minuten später auf erzgebirgischem Boden und dem Krokuswiesen-Parkplatz der Gemeinde Drebach – einsam und allein, denn dank der bescheidenen Wetteraussichten blieb der große Touristenansturm heute offensichtlich aus.

Der VW Caddy Maxi, ein ideales Hundeauto für eine Berner Sennenhund.
Einsamer Gast auf dem Krokuswiesen-Großparkplatz.

Pünktlich mit dem Eintreffen setzte auch wieder der Regen ein – nicht motivierend, aber schlussendlich nicht zu ändern. Zudem Vatis neue Kamera auch gleich ordentlich nass wurde – aber denkt auch jemand an mein nasses Fell?

Regentropfen am königlichen Berner Sennehund Dienstwagen.
Mistwetter – und ja, der Aufkleber sitzt schief.
Regentropfen auf der beschrifteten Heckscheibe des VW Caddy Maxi – Hundeauto von Berner Sennehund Max.
Laufen oder im Auto sitzen bleiben?

Jammern und Klagen half nichts. Es zeigten sich schon erste Wolkenlücken mit blauem Himmel – also Kopf einziehen und losmarschiert, ein paar Meter nach dem Parkplatz hörte der Regen auch schon auf.

Schon nach wenigen Metern zeigten sich die ersten Wiesen voller blau blühender Krokusse, ein schieres Fest für die Augen und die Seele – zumindest für Mutti und Vati. Für mich als Berner Sennenhund eher weniger, denn das Betreten der vielen Krokuswiesen ist aus verständlichen Gründen nicht erwünscht.
Mit meinen zarten 60 Kilogramm und von Natur aus etwas breiter ausgefallenen Balletfüßchen wäre ich dort schon sehr gern durchgewalzt, hätte aber auch eine breite Schneise der Verwüstung hinterlassen. Blöd für mich, Mutti und Vati – denn ewiges Hausverbot und daraufhin angebrachte Fahndungsfotos mit meinem Konterfei in Drebach wäre für weitere Besuche hinderlich. Also zusammenreißen und schön aufpassen, wohin mich meine dicken Füße tragen.

Wir folgten der Drebacher Krokusschleife, einem ca. vier Kilometer langen und gut ausgeschilderten Rundkurs, der durch und entlang der vielen Krokuswiesen im Ort führt. Der Anblick von derartig vielen blühenden Krokussen, oft auf engstem Raum, ist mit Worten nur schwer zu beschreiben. Vor lauter Staunen und immer wieder Anhalten kommt man nur langsam vorwärts – insbesondere dann, wenn man einen begeisterten Fotografen als Herrchen hat, auf welchen permanent gewartet werden muss. Die fotografische Versuchung ist aber auch groß – und wäre noch viel größer gewesen, wenn wir blauen Himmel und Sonnenschein gehabt hätten.

Foto von einer der vielen Drebacher Krokuswiesen inmitten der Krokusblüte im März.
Die Krokusse bilden ganze Blütenteppiche.

So hielt sich am heutigen Tag der Besucherandrang zum Glück in Grenzen und sorgte für freie Wanderwege. Dennoch blinzelte gelegentlich die Sonne durch die Wolken und lies das viele Violett auf den Wiesen und in den Vorgärten der Häuser kräftig aufleuchten – unbeschreiblich schön und für Vati eine fotografische Herausforderung.

Vor lauter Staunen kamen wir nur langsam vorwärts, somit auch nur auf überschaubare Wanderkilometer und zum Glück auch vor dem Ausschütten der unheilverkündenden Regenwolken wieder am Parkplatz an. Das war knapp!
Trotz allem hat es uns so gut gefallen, dass wir den Drebacher Krokuswiesen im kommenden Jahr definitiv wieder einen Besuch abstatten werden.

Fotos vom Naturschauspiel Krokuswiesen in Drebach

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